7 Tage Bohuslän mit Hund: Entspannte Auszeiten an Schwedens Westküste
Wenn die Tage im Juni am längsten sind, zeigt sich Schwedens Westküste von ihrer intensivsten Seite. Wir haben uns die Region Bohuslän mit Hund ausgesucht für unseren kurzen 7-tägigen Urlaub – allerdings ohne tägliches Kofferpacken. Statt eines klassischen Roadtrips haben wir uns für ein festes Basislager bei Munkedal entschieden. Der Clou: Von hier aus erreicht ihr die schönsten Schärengärten, Fischerdörfer und Naturreservate in meist nur 30 Minuten Fahrzeit. In unserem Reisebericht zeigen wir euch, wie ihr Bohuslän ganz entspannt von einem Standort aus erkundet, welche Ausflüge sich lohnen und warum die kurzen Wege an der Westküste der ultimative Luxus für euch und eure Hunde sind.
Reisezeitraum: Juni
Inhaltsverzeichnis
Die Anreise: Entspannt über das Meer
Die Reise nach Schweden beginnt für uns immer mit dem Moment, in dem der Alltagsstress an der Reling der Fähre verfliegt. Um Bohuslän mit Hund und Auto ohne unnötigen Stress zu erreichen, haben wir uns für die Route Rostock–Gedser (ca. 2 Stunden) entschieden. Auf der Strecke könnt ihr euch an Deck den Wind um die Nase wehen lassen und es gibt im Innenbereich ausgewiesene Bereiche, in denen eure Hunde willkommen sind. Nach einer entspannten Fährüberfahrt haben wir eine Zwischenübernachtung in Rågeleje eingelegt bevor am nächsten Tag der kurze Hüpfer mit der Fähre von Helsingør nach Schweden erfolgte. Das dauert kaum 20 Minuten – gerade genug Zeit, um sich auf den schwedischen Boden unter den Pfoten zu freuen. Von Helsingborg aus waren es dann nur noch knapp drei Stunden Fahrt auf der E6 direkt nach Norden zu unserem Standort in Bohuslän. Achtet bei der Einreise darauf, dass der EU-Heimtierausweis aktuell ist und die Tollwutimpfung sitzt – die Grenzkontrollen sind routiniert und freundlich.
Lesetipp: Wie ihr die Überfahrt mit eurem Hund stressfrei gestaltet und welche Reedereien die besten Hundekabinen anbieten, lest ihr im ausführlichen Guide Fähre mit Hund: Tipps für eine entspannte Anreise.
Basecamp Munkedal: Der perfekte Radius
Warum haben wir uns für Munkedal entschieden? Weil es das Beste aus zwei Welten vereint. Während die Küstenorte im Juni pulsieren, findet ihr hier, nur wenige Kilometer landeinwärts am Fjord, die totale Ruhe. Unser typisch schwedisches Ferienhaus lag direkt an einem Ausläufer des Fjords und diente uns als perfekter Dreh- und Angelpunkt.
Der Vorteil eines festen Standorts ist unbezahlbar: Ihr müsst nicht ständig neu packen und euer Hund hat einen festen Rückzugsort, an dem er sich sicher fühlt. Von Munkedal aus seid ihr strategisch genial aufgestellt. Egal ob ihr nach Norden Richtung Fjällbacka oder nach Süden Richtung Tjörn wollt – fast alle Highlights liegen innerhalb eines 30- bis 45-minütigen Radius. Morgens geht es direkt vom Haus aus auf die Waldwege oder an den Fjord für eine erste Runde im hohen Gras, und nachmittags seid ihr schon wieder zurück, um den Grill anzuwerfen. Zur Midsommer-Zeit ist es hier besonders schön, wenn die Sonne kaum untergeht und das goldene Licht stundenlang über den Bäumen steht. Packt euch guten Insektenschutz ein, dann steht den langen Abenden im Garten nichts im Wege.
Lesetipp: Wer die schwedische Westküste im eigenen Ferienhaus erleben möchte, findet im Beitrag 10 besondere Ferienhäuser in Südschweden mit Hund eine Auswahl schöner Unterkünfte zwischen Schären, Wäldern und Seen.
Die folgende Karte zeigt dir die Lage der wichtigsten Ausflugsziele, Parkmöglichkeiten, Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten an.
Küstenperlen in 30 Minuten: Lysekil, Smögen und Hunnebostrand
Lysekil
Das kleine Hafenstädtchen Lysekil eignet sich hervorragend für einen entspannten Ausflug mit eurem Vierbeiner. Der Weg ab der Arena Rinkenäs verläuft größtenteils über einen Holzsteg entlang der Schärenküste und bietet beeindruckende Ausblicke auf die zerklüfteten Inseln vor der Küste. Auf dem Weg eröffnen sich immer wieder schöne Perspektiven auf die markante Kirche und den alten Leuchtturm, die dem Ort seinen besonderen Charakter verleihen. An windigen Tagen empfiehlt sich allerdings wetterfeste Kleidung – die Seeluft kann überraschend frisch werden.
Am Hafen angekommen, erwarten euch verschiedene Restaurants und Cafés – ideal für eine kulinarische Pause. Wer Lust auf noch mehr Entdeckung hat, kann von hier aus eine Fähre nehmen und die umliegenden Inseln und Küsten vom Wasser aus erkunden. Ein abwechslungsreicher Tagesausflug, der Natur, Meer und Bewegung verbindet – für Mensch und Hund gleichermaßen.
Unser Tipp: Wenn man den Weg von der Arena Rinkenäs entlang geht, kommt man nach kurzer Zeit an der Doggo Beach Bar vorbei. Hier kann euer Vierbeiner ein kühles Getränk zu sich nehmen. ;)
Smögen
Das wohl am häufigsten auf Instagram vertretene Städtchen an der Westküste Schwedens ist Smögen. Dies ist vor allem so wegen der Smögenbryggan. Das ist ein recht langer Steg mit bunten Holzhäusern, vielen kleinen Geschäften, Restaurants, Jachten und jeder Menge Touristen. Während der Saison muss man hier mit starkem Andrang rechnen. Es empfiehlt sich daher etwas abseits des Stegs unterwegs zu sein, da auch in den angrenzenden Gassen oft niedliche Töpfereien und Boutiquen zu finden sind.
2 Tipps haben wir noch: kauft euch ein (oder besser zwei) Zimtschnecken in der “Grano Restaurang & Brodbutik” und wenn ihr dann auf den Weg zurück seid, haltet kurz an der Smögenbron. Hier habt ihr ein wirklich schönes Fotomotiv von Smögen.
Hunnebostrand
Hunnebostrand ist ein sehr schönes Küstenörtchen mit einigen Cafès und Restaurants. Viele Boote liegen am Hafen und wie in einigen anderen Küstenorten der Region, ragen auch hier Felswände nahe der Küste empor. Es gibt einen kleinen Skulpturenpark, den man schlendernd auch sehr gut mit dem Hund erkunden kann. Eher weniger ist es mit dem Hund möglich zum Aussichtspunkt in Hunnebostrand hinaufzusteigen, da man hierzu recht viele Treppenstufen erklimmen muss. Wer es dennoch wagt, der kann sich über eine fantastische Aussicht freuen.
Kultur und Inselglück: Vitlycke und Tjörn
Tanum Felszeichnungen / Vitlycke Museum
Die beeindruckenden Felsbilder aus der Bronzezeit (700 - 2000 v.Chr.) zählen zum Unesco Welterbe. Im Vitlycke Museum kann man sich bei einer kleinen, aber feinen Ausstellung dazu ausführlich informieren und anschließend im Shop ein schwedisches Souvenir ergattern. Das Museum beinhaltet auch ein Cafè mit regionalen Gebäckspezialitäten. Leider ist der Zutritt zum Café und zur Ausstellung für unsere Vierbeiner nicht erlaubt.
Der Rundweg entlang der Felszeichnungen, der in unmittelbarer Nähe zum Museum startet, ist jedoch komplett im Freien und kann daher sehr gut mit Hund erkundet werden. Der Eintritt dafür ist komplett kostenfrei.
Felsritzungen heißen auf Schwedisch übrigens Hällristningar und sie sind in dieser Gegend Schwedens sehr verbreitet. In einer solchen Dichte sind sie jedoch nur dort und ca. 2 Km weiter in Aspeberget anzutreffen. Da es mehrere Fundorte im Wald gibt, lassen sich diese Entdeckungen wunderbar mit einem Tagesausflug kombinieren.
Unser Tipp: Bei schönem Wetter gibt es am Museum einen Freisitz, so dass man selbst mit Hund noch in Ruhe einen Kaffee und Cookie genießen kann bevor man sich die Zeichnungen im Wald anschaut. Wir hatten uns jedoch etwas “toGo” geholt, da es unterwegs auch ausreichend viele Mülleimer gab.
Skärhamn / Tjörn
An der schwedischen Küste liegt die Insel Tjörn, auf der sich das hübsche Fischerdorf Skärhamn befindet. Es ist bekannt für sein Aquarellmuseum, die kleinen Inseln ringsherum und die unzähligen Boote im Hafen. Im Museum ist der Zutritt für Hunde zwar leider nicht gestattet, aber auch so ist ein Ausflug nach Skärhamn lohnenswert, denn die kleinen Restaurants und Cafès am Hafen laden zum Verweilen mit dem Vierbeiner ein. Im Bistro Port Sud zum Beispiel kann man zum Abschluss des Tagesausflugs noch einen leckeren Kaffee zu sich nehmen und euer Hund wird hier garantiert auch einen Trinknapf aufs Haus erhalten.
Ob auf der Hin- oder der Rückfahrt sollte man es nicht versäumen noch einen kurzen Stopp an einem der Rastplätze in der Nähe der Tjörnbron einzuplanen. Es ist eine der höchsten Brücken in der Gegend und bietet eine super Aussicht auf die umliegenden Schären-Inseln.
Unser Tipp: Klettert auf eine der Felsinseln in Skärhamn, um einen wunderbaren Blick über die Gegend zu haben. Auch Hunde schaffen es auf diese Inseln, jedenfalls schien unser Dackel weniger Probleme zu haben als wir. :)
Midsommer-Feeling und Küstenflair in Fjällbacka
Fjällbacka
Fjällbacka zählt zu den bekanntesten Küstenorten in Bohuslän … und das merkt man auch. Hier treiben sich sehr viele Touristen herum, die sich aber meist am Hafen konzentrieren. Die Stadt ist jedoch auch abseits des Küstenstreifens sehr hübsch, mit seinen typisch schwedischen Holzhäusern, dicht an dicht gebaut, und mit den kleinen und sehr niedlichen Höfen angrenzend. Eine Wanderung zum Kungsklyftan lohnt sich übrigens, denn so etwas sieht man nicht so oft.
Unser Tipp: Wer nicht die ganze Felswand hinaufsteigen mag und es deutlich weniger trubelig möchte, der hat eine ebenso grandiose Aussicht auf das Städtchen von der Fjällbacka Kirka aus, die deutlich angenehmen zu erreichen ist.
Lesetipp: Wer noch mehr von Südschweden entdecken möchte, findet im großen Guide Südschweden mit Hund viele Tipps zu den schönsten Regionen, Naturhighlights und Ausflugszielen zwischen Küste, Seen und Wäldern.
Unser Fazit: Fester Standort vs. Roadtrip
Bohuslän ist die perfekte Region für alle, die gerne viel sehen, aber wenig umziehen möchten. Die Entscheidung für ein festes Basislager in Munkedal war goldrichtig: Die kurzen Wege zu den Highlights wie Smögen, Fjällbacka oder Tjörn machen den Urlaub mit Hund extrem entspannt. Ihr erlebt die volle Dröhnung Schären-Natur und Midsommer-Vibe, ohne den Stress eines Roadtrips. Für uns ist diese Form des Reisens – ein festes Haus am Fjord und tägliche 30-Minuten-Trips an die Küste – die beste Art, Schwedens Westküste wirklich zu genießen.