SaaleHorizontale mit Hund: Spektakuläre Ausblicke und Entspannung am Fuchsturm

Wir sind Alice, Ronny und Dackel Manni und wir waren unterwegs … in Jena. Sicher ist das nicht der reißerischste Einstieg in einen Blogbeitrag, um euch das Weiterlesen schmackhaft zu machen, aber lasst euch gesagt sein, dass wir sehr überrascht waren und ihr es auch sein werdet. Wir hatten uns nämlich einen abwechslungsreichen und wanderlastigen Tagesausflug nach Thüringen vorgenommen und wussten, dass man da an der SaaleHorizontale kaum vorbeikommt. Was uns dann aber erwartete war beinahe Südtirol-Feeling mit steilen Klippen und schroffen Wänden entlang einer Route durch Wald und Wiesen mit vielen tollen Ausblicken. Abgerundet mit einem leckeren Snack im Freisitz eines alten Turms und einer Übernachtung im unweit entfernten Weimar. Es gibt viel zu berichten, so dass wir gleich mal loslegen.

Reisezeitraum: April

Inhaltsverzeichnis:


Startpunkt Ziegenhain: Der perfekte Einstieg ins Grüne

Unsere Tour startete mit der entspannten Fahrt von Leipzig nach Jena. Nach etwa einer Stunde waren wir da und steuerten direkt den Stadtteil Ziegenhain an. Wir konnten das Auto unkompliziert abstellen und waren sofort dort, wo wir hinwollten: draußen. In Ziegenhain merkt man sofort, dass die Stadt und die Hügel (Berge wäre etwas übertrieben) hier eins sind. Man läuft ein paar Meter durch das Viertel und steht prompt im dichten Mischwald.

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Für Manni war das der Startschuss. Kaum waren die ersten Bäume in Sicht, ging die Nase runter und der Entdeckermodus an. Wir haben die Leine direkt freigelassen, damit er sich im Wald ordentlich auspowern kann, bevor es später auf die schmaleren Pfade geht. Die Luft war frisch, es war angenehm ruhig und der Weg stieg moderat an. Das war perfekt, um erst mal reinzukommen. Man lässt die städtische Hektik hier oben extrem schnell hinter sich. Während man unten im Tal noch die Geräusche der Stadt hört, ist man ein paar Höhenmeter weiter oben schon in einer völlig anderen Welt. Für uns war dieser Einstieg ideal, weil er keine großen Vorbereitungen brauchte – einfach aussteigen und losmarschieren. Top!

Die folgende Karte zeigt dir unsere Wanderung und Sehenswürdigkeiten an.

Muschelkalk & Panoramapfade: Action auf der SaaleHorizontale

Nach dem Waldstück erreichten wir den eigentlichen Kammweg der SaaleHorizontale. Hier änderte sich die Landschaft schlagartig. Wer denkt, Thüringen sei nur hügeliger Wald, wird hier eines Besseren belehrt. Der Weg führt direkt entlang der Muschelkalkfelsen, die teils richtig steil nach unten abfallen. Das gab uns tatsächlich diesen Südtirol-Vibe, den wir am Anfang erwähnt haben. Die Pfade wurden schmaler, wurzeliger und deutlich abwechslungsreicher.

Wir wanderten immer an der Kante entlang. Die Aussicht war spektakulär: auf der einen Seite die hellen, schroffen Felsen, auf der anderen der weite Blick über das Saaletal und Jena. Manni fand die schmalen Wege super spannend, auch wenn wir an den ganz exponierten Stellen natürlich ein Auge auf ihn hatten. Es war herrlich ruhig; wir sind kaum anderen Wanderern begegnet, was wir extrem genossen haben. Man kann hier oben wirklich abschalten. Die SaaleHorizontale mit Hund zu gehen, macht deshalb so viel Spaß, weil der Untergrund ständig wechselt – mal weicher Waldboden, dann wieder harter Kalkstein. Das hält die Konzentration hoch und wird nie langweilig. Wer hier wandert, sollte aber definitiv festes Schuhwerk tragen, denn der Kalkstein kann, wenn es feucht ist, ziemlich rutschig sein. Wir hatten Glück mit dem Wetter und konnten die volle Dröhnung Panorama mitnehmen.

Aussichtspunkte & Pausenstrategie: Entspannung für Pfoten und Beine

Was uns in Jena echt positiv aufgefallen ist: Die Leute wissen, wo man eine Bank hinstellen muss. Gefühlt an jeder Stelle, an der der Blick über die Stadt besonders gut war, stand eine Sitzgelegenheit bereit. Das kam uns sehr entgegen, denn wir sind keine Wanderer, die die Strecke in Rekordzeit abreißen wollen. Wir bleiben lieber mal stehen, machen ein Foto oder setzen uns kurz hin.

Vom Jentower über die Uni-Gebäude bis hin zu den Vororten – man hat die ganze Stadt im Blick und merkt erst von hier oben, wie krass Jena in das Tal gequetscht ist. Während wir die Aussicht genossen, konnte Manni im Schatten der Bäume kurz runterfahren und etwas Wasser schlabbern. Diese Pausen sind wichtig, besonders wenn die Sonne auf die hellen Felsen knallt, denn da wird es schnell warm. Die Kombination aus Natur pur oben am Hang und der Stadt direkt unter uns hat einen ganz eigenen Reiz. Es ist dieser Kontrast, der es schon etwas spezieller und besonders gemacht hat. Man ist weg vom Schuss, aber irgendwie doch nah dran. Wir haben das genutzt, um mal tief durchzuatmen, bevor es weiterging.

Irgendwann kam der Punkt, an dem die kurzen Beine von Manni signalisierten: „Leute, das reicht jetzt erst mal mit Bergsteigen.“ Er wurde langsamer und das Schnüffeln war auch nicht mehr so intensiv. Das ist der Moment, in dem man als Hundebesitzer ehrlich sein muss. Die SaaleHorizontale bietet zwar noch kilometerweit Potenzial für Hardcore-Wanderer mit großen Hunden, aber wir wollten den Tag entspannt beenden und nicht als Gewaltmarsch.

Dank der guten Beschilderung war das auch gar kein Problem. Wir entschieden uns für eine Abkürzung querfeldein durch den Wald. Das ist das Schöne an der Ecke hier: Man kann die Tour anpassen. Wir suchten uns den direkten Weg Richtung Fuchsturm. Dieser Abschnitt im Wald war noch mal ganz anders – kühl, schattig, buschig und ruhig. Es war der Übergang vom felsigen Kammweg zurück ins dichte Grün. Manni taute im schattigen Unterholz auch direkt wieder auf. Wer mit einem größeren Hund unterwegs ist, kann die Route natürlich noch ewig ausdehnen, aber für uns war die Entscheidung zur Abkürzung genau richtig. Wir wollten ja schließlich noch fit genug für den gemütlichen Teil des Tages sein.

Das Ziel im Blick: Genussmomente am Fuchsturm

Der Fuchsturm war unser finales Ziel und was sollen wir sagen: Der Weg dorthin lohnt sich allein schon wegen der Aussicht. Der Turm steht markant auf dem Berg und bietet einen 360-Grad-Blick, der echt was hermacht. Aber für uns war das eigentliche Highlight der Freisitz. Es gibt kaum etwas Besseres, als nach ein paar Kilometern in den Beinen irgendwo anzukommen, wo man willkommen ist.

Die Gastronomie dort oben ist nicht nur bodenständig und lecker, sondern auch absolut hundefreundlich. Wir haben uns einen Platz im Außenbereich gesucht und erst mal einen ordentlichen Snack gegönnt. Manni hat sich direkt unter den Tisch gelegt, seinen eigenen Snack binnen Sekunden weggehauen und ist dann sogar eingeschlafen – das sicherste Zeichen für einen gelungenen Wandertag. Der Service war fix, das Essen ehrlich und die Stimmung entspannt. Nachdem wir uns ausgiebig gestärkt und den Blick noch mal schweifen lassen hatten, machten wir uns an den kurzen Abstieg zurück zum Auto. Von dort aus ging es nicht direkt nach Hause, sondern wir hängten noch eine Übernachtung im nahen Weimar dran, um den Tag perfekt ausklingen zu lassen. Jena hat uns echt überrascht und wird uns definitiv wiedersehen.

Fazit: Ein Abenteuer, das wiederholt werden kann.

Kurz und knapp: Ja, absolut. Wer in der Nähe von Leipzig oder Erfurt wohnt, sollte Jena definitiv auf dem Schirm haben. Die SaaleHorizontale mit Hund bietet eine Landschaft, die man so eher in Süddeutschland (oder noch südlicher) vermuten würde. Es ist abwechslungsreich, die Wege sind gut gepflegt und die Einkehrmöglichkeiten wie am Fuchsturm sind das perfekte Finale. Für uns war es die ideale Mischung aus Aktivität und Entspannung. Manni war am Ende des Tages platt, aber glücklich – und wir waren es auch. Eine klare Empfehlung für alle, die Bock auf Natur haben, ohne dafür stundenlang im Auto sitzen zu müssen.

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